Icelandic Saga / The Viking Sagas (1995)

Icelandic Saga / The Viking Sagas

Es handelt sich bei diesem 1995 erschienenen US-Film mit dem Originaltitel “Viking Sagas” um eine fiktive Geschichte aus der frühen Besiedlungszeit Islands, welches damals in Bezirke eingeteilt wurde, denen jeweils ein Gode, der vor allem als Gesetzesprecher beim jährlichen Althing fungierte, vorstand.

In “Icelandic Saga” strebt der brutale Ketil (Hinrik Olafson) nach Alleinherrschaft über die Insel und tötet hierzu den Vater von Kjartan (Ralph Moeller), um dessen “Zauberschwert”, das große Macht verheißt, zu bekommen. Doch Kjartan gelingt es, mit dem Schwert auf den Hof des Gesetzessprechers Magnus zu fliehen, wo er zunächst freundlich aufgenommen wird. Er verliebt sich in dessen Tochter Gudrun (Ingibjörg Stefansdottir), die bald darauf von ihm schwanger wird. Doch schon wenig später stöbern Ketils Männer sie auf und Kjartan flieht zusammen mit dem erfahrenen, aber wegen eines Mordes geächteten Krieger Gunnar (Sven-Ole Thorsen) in die Berge, wo er von diesem das Kämpfen lernt.

Um seinen Vater zur rächen, will Kjartan Ketil töten, doch er wird durch einen Pfeil verwundet und muß sich erneut verstecken. Zusammen mit Gudrun begibt er sich in eine verlassene Hütte, während Ketils Männer deren Familie niedermetzeln. Da Gudrun das Amt des Gesetzessprechers nun von ihrem Vater erbt, plant Ketil, durch sie das Althing zu beeinflussen und läßt sie entführen. Als dieses stattfindet, tauchen plötzlich Kjartan und Gunnar auf und kämpfen zusammen mit anderen rechtschaffenen Männern gegen Ketil, der schon bald durch Kjartan fällt. Damit ist der Kampf entschieden und das Gesetz auf Island gesichert. Gudrun gebiert einen Sohn, der als Erwachsener ein Gode wird.

“Icelandic Saga” ist im Vergleich zu anderen Wikingerfilmen relativ realitätsnah; die Geschichte hätte sich zumindest teilweise so zutragen können. Auch die Ausstattung der Schauspieler an Waffen, Kleidung und ähnlichem wirken vor der isländischen Landschaft als Kulisse überzeugend. Dennoch bedient sich selbstverständlich auch dieser Film reichlich in der Klischeekiste. Der “Held” ist natürlich groß, blond und immer glattrasiert. Brutale Opferrituale gehören für Regisseur Michael Chapman offensichtlich auch zu einer “richtigen” Wikingergesellschaft: Kjartans Vater will sich selbst Odin opfern und wickelt zu diesem Zweck seine Innereien um einen Felsen – daß ein solches Opfer ganz anders vonstatten ging, stört die Filmemacher nicht, Hauptsache viel Blut und möglichst widerlich (der gesamte Film spart nicht an solchen Szenen). Richtige Spannung kommt dank des einfallslosen Drehbuchs dennoch nie auf; man kann diesen Film also wahrlich nicht als Meisterwerk bezeichnen.

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