Frans G. Bengtsson: Die Abenteuer des Röde Orm

Dieser Roman des bekannten schwedischen Schriftstellers Franz G. Bengtsson (1894-1954) ist weltberühmt und wurde unter dem Titel “Raubzug der Wikinger” verfilmt. Die Geschichte spielt zur Zeit des Dänenkönigs Harald Blauzahn, also in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Sie beschreibt das abwechslungsreiche Leben des Wikingers Röde Orm.

Die Abenteuer des Röde Orm – Roman von Frans G. Bengtsson

Orm wächst in Schonen als jüngster Sohn des verhältnismäßig reichen Bauern Toste und dessen Frau Asa auf. Einer seiner Brüder hat die Heimat vor Jahren in Richtung Osten verlassen, der andere geht mit seinem Vater jedes Jahr auf Wikingfahrt nach Irland. Obwohl auch Orm gern mitfahren würde, wird es ihm nicht erlaubt, da seine Mutter Angst hat, ihn auch zu verlieren. Asa hat nämlich die Gabe, in Träumen Unheil in der Zukunft zu sehen. Doch im Sommer wird Orm von dem Wikingerhäuptling Krok entführt, als dieser für seine Schiffe, die sich gerade auf dem Weg nach Westen befinden, um dort zu plündern, einige Schafe als Nahrung stiehlt. Orm wird bald von der Besatzung als vollwertiges Mitglied akzeptiert und freundet sich vor allem mit Toke an. Von seinen neuen Gefährten erhält er auch, weil ihm ein roter Bart wächst, den Beinamen Röde. Von nun an beginnt sein aufregendes Leben, in dem er unter anderem in Gefangenschaft des Kalifen von Cordova gerät, sich einem Heerzug nach England anschließt und sogar einmal ins Gebiet des heutigen Rußlands kommt. Doch zuviel will ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten…

“Die Abenteuer des Röde Orm” ist ein spannender, lustiger und historisch gut recherchierter Roman. Der Wikingerkenner wird darin viele gut geschilderte Details bemerken, die die Sachkenntnis des Autors zeigen, so z.B. die Herrschaftsverhältnisse der damaligen Zeit. Orm begegnet oftmals bekannten Personen wie z.B. Sven Gabelbart oder dem damaligen englischen König Ethelred. Es ist wirklich bewundernswert, wie Bengtsson seine Figuren in die Welt der Wikingerzeit eingebaut hat. Aber auch zum schmunzeln bietet dieses Buch so einiges, wenn z.B. ein Wikingerhäuptling immer höhere Summen dafür verlangt, daß er sich taufen läßt. Womit wir bei einem Aspekt wären, der im gesamten Buch immer wieder auftritt: Der Konflikt zwischen Heidentum und Christenheit. Während allen anfangs der Gedanke, Christ zu werden, völlig abwegig erscheint und über die kirchlichen Priester nur gelacht wird, merkt man im Verlauf der Erzählung immer mehr, wie sich langsam das Christentum durchsetzt. Die Beschreibung dieses oftmals nicht gewaltfreien Prozesses ist dem Autor ebenfalls in erstaunlicher Weise gelungen. Man merkt, mit welch obskuren Mitteln die Kirchendiener oftmals versuchten, die Skandinavier zu ihrem Glauben zu bekehren, den kaum einer aus nichtweltlichen Gründen annimmt.

Durch diesen Roman fühlt man sich direkt in die Wikingerzeit hineinversetzt und es macht einfach Spaß, den Helden der Geschichte bei seinen Abenteuern zu begleiten. Trotz der 600 Seiten habe ich es in relativ kurzer Zeit durchgelesen, da das spannende Geschehen den Leser fesselt und es zugleich humorvoll erzählt ist. Ich kann nur jedem absolut empfehlen, “Die Abenteuer des Röde Orm” zu lesen, es lohnt sich wirklich.

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