Northmen: A Viking Saga (2014)

Eine Gruppe aus ihrer Heimat vertriebener Wikinger erleidet im Jahr 873 Schiffbruch vor der schottischen Küste. Mit dem Leben, aber fast ohne Ausrüstung an Land gekommen, entführen die Nordleute sogleich die Tochter des dortigen Königs Dunchaid. Als dieser jedoch nicht das erhoffte Lösegeld zahlt, sondern ihnen eine Schar von als „Wolfspack“ bezeichneten Elitekriegern auf den Hals hetzt, beginnt eine gnadenlose Verfolgungsjagd. Mit Hilfe eines kriegerischen Mönchs versuchen die Wikinger, sich in das von Skandinaviern kontrollierte Gebiet in England durchzuschlagen. Nur wenige von ihnen erreichen jedoch am Ende die vermeintlich rettende Küste, wo sie bereits der finale Kampf gegen die Anführer des Wolfspacks erwartet…

„Northmen“, ein auf Englisch gedrehter Film des Schweizer Regisseurs Claudio Fäh, ist ein misslungener Versuch, von der momentanen Begeisterung für die Wikingerzeit – die unter anderem durch die TV-Serie Vikings ausgelöst wurde – zu profitieren. Wie so häufig dient die Wikingerzeit hier jedoch in erster Linie als Hintergrund einer schlecht verknüpften Ansammlung brutaler Kampfszenen. Dass das Setting im Grunde beliebig austauschbar ist, zeigt sich schon alleine daran, dass der Film nicht etwa in Schottland, sondern in Wahrheit in Südafrika gedreht wurde. Auf Historizität wurde zudem keinerlei Wert gelegt, wie etwa an den durchweg lächerlichen Kostümen zu erkennen ist.

Doch auch das Drehbuch selbst ist ausgesprochen einfallslos und der Ausgang der Geschichte von Anfang an vorhersehbar. Die Charaktere – von der hellseherischen Prinzessin über den kampfeslustigen Mönch bis hin zum edlen Wikingeranführer – sind ebenso wie sämtliche Dialoge äußerst platt und voller Stereotype, die aus anderen Wikingerfilmen abgekupfert wurden (natürlich rufen sämtliche Nordleute ständig „Walhalla“). Während jedoch in manchen Filmen gute schauspielerische Leistungen ein schlechtes Drehbuch einigermaßen wettmachen können, ist in „Northmen“ eher das Gegenteil der Fall: Die Darsteller wirken in ihren Rollen so unglaubwürdig, dass sie auch den geringsten Hauch von Spannung in diesem Film ruinieren. Da zudem keinerlei Komik (weder beabsichtigte noch unfreiwillige) feststellbar ist, geht der Unterhaltungswert des Ganzen gegen Null. Gäbe es einen Preis für den bislang schlechtesten Wikingerfilm dieses Jahrzehnts –„Northmen“ hätte ihn sich redlich verdient.

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One Response to Northmen: A Viking Saga (2014)

  1. Arnd Graba says:

    Sehr gut, die Kritik kann ich voll und ganz unterschreiben, danke!

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